Bausparvertrag
Bausparvertrag
Ein Bausparvertrag ist ein Sparvertrag, den der Bausparer bei
einer
Bausparkasse abschließt, um in einem festgelegten
Zeitraum mit
einem festgelegten Zinssatz, ein Darlehen zu
erhalten.
Um es vereinfacht zu verdeutlichen:
Wer gerne, in 10 Jahren einen Bausparvertrag zuteilungsreif
(kann
in Anspruch genommen werden) haben möchte, muss je nach
Bausparerhöhe mtl. Summe X einzahlen.
Regelsparbeitrag:
Der Regelsparbeitrag ist die zu leistende Sparzahlung pro Monat. Diese
Zahlung muss über einen Zeitraum laufen, damit Bewertungszahlen
erreicht
werden und der Bausparer die im Vertrag festgehaltene
Eigenzahlung erreicht.
Der monatlich zu zahlende Sparbetrag richtet sich in der Regel nach
der
gewählten Bausparsumme, den Tarif und die Laufzeit. Es wird
häufig 0,5 % der
Bausparsumme mtl. eingezahlt. Zahlungsweisen sind
zum Großteil monatlich, kann
aber auch vierteljährig erfolgen.
Es ist jedoch zu beachten, dass die meisten Bausparkassen in ihren
Allgemeinen
Bedingungen festgelegt haben, dass bei einer Nichtbesparung
des Vertrages die
Kündigung durch die Bausparkasse ausgesprochen
werden
kann (davon wird jedoch in der Regel kein Gebrauch gemacht).
Bewertungszahl:
Die Bewertungszahl, relevant für die Zuteilung bzw. Reife des
Bausparers, wird
aus den Sparbeiträgen, den angefallenen Zinsen
und der Laufzeit des
Vertrages durch Saldierung zu den Bewertungsstichtagen
errechnet.
Zuteilung:
Die Zuteilung des Bausparvertrags erfolgt wenn die tarifliche
Mindestsparzeit, das
entsprechend dem Tarif notwendige Bausparguthaben
und eine ausreichende
Bewertungszahl erreicht ist. Die Zuteilung erfolgt
je nach Tarif, Besparung und
der daraus resultierenden Bewertungszahl
kurzfristig (z.B. 12 Monate) oder kann
bis zu einigen Jahrzehnten
dauern.
Bauspardarlehen:
Als Bauspardarlehen wird die Differenz zwischen der Sparleistung inkl.
Zinsen
und eine eventuelle Förderung und der vertraglich vereinbarten
Bausparsumme
bezeichnet. In der Regel wird 40 % Angespart und 60 % als
Bauspardarlehen gewährt.
Vorteil des Bauspardarlehens ist der vertraglich festgeschriebene Zinssatz,
der bei
Vertragsabschluss je nach Tarif feststeht. Somit gibt es eine
gewisse Planungssicherheit,
besonders bei Umfinanzierungen bzw. Laufzeitende
des Hypothekendarlehens.
Bauspardarlehen werden, so es erforderlich ist, im Grundbuch nachrangig
abgesichert. Der
Beleihungsauslauf darf hierbei jedoch 80 % des
Beleihungswertes nicht überschreiten.
Kleinere Darlehenssummen
werden üblicherweise mittels Negativerklärung abgesichert.
Noch
kleinere Darlehen, meist nur bis 10.000,- €, werden auch ohne
Negativerklärung als
so genannte Blankodarlehen gewährt.
Bauspardarlehen sind Annuitätendarlehen mit einem Festzins über
die gesamte Laufzeit.
Die anfängliche Tilgung beträgt, je nach
Tarif, zwischen 0,2 und 0,9 Prozent der
Bausparsumme je Monat.
Die Bausparkassen sichern die ausgezahlten Darlehenssummen durch
Risikolebensversicherungen
ab. Das bedeutet, das Versicherungsunternehmen
zahlt die noch offenen Darlehensbeträge
bei Tod des Bausparers an
die Bausparkasse zurück. Die Kosten dieser
Risikolebensversicherung
trägt der Bausparer. Diese Kosten werden im Effektivzins
des
Bauspardarlehens ausgewiesen. Es besteht jedoch auch die Möglichkeit,
das
Todesfallrisiko über die Abtretung von Lebensversicherungen
anderer Versicherungen abzudecken.
Tilgung:
Zu beachten ist die Tilgung der Bauspardarlehen. Anders als bei
Hypothekendarlehen,
wird der Bausparvertrag nicht mit einem % getilgt,
sondern in der Regel deutlich höher.
Dies kann bis zu 8 Promille
im Monat sein.
Beispiel:
| Bausparsumme: |
100.000 € |
| Bauspardarlehen: |
ca. 60.000 € |
Berechnung
60.000 € x 8 Promille = 480 € mtl. Tilgung
Rechenweg:
60.000 x 8 / 1.000 = 480 €
Bei einer Hypothek wird häufig 1 bis 2 Prozent getilgt, was eine
Tilgung von ca. 50 bis 100 €
im Monat ausmacht. Man sieht, dass
ein Bauspardarlehen viel schnell zurückgezahlt werden
muss.
Verwendung von Bauspardarlehen:
Bauen oder kaufen
Gönnen Sie sich mehr Freiraum, mehr Unabhängigkeit und mehr
Lebensqualität
mit einer eigenen Immobilie.
Modernisieren und renovieren
Durch die Modernisierung und Renovierung Ihrer eigenen vier Wände
steigern Sie
nicht nur Behaglichkeit und Wohnqualität, sondern auch
den Wert Ihrer Immobilie.
Die staatliche Förderung nutzen
Der Staat baut auf Ihren Traum vom eigenen Zuhause. Finanziell
begünstigt er
daher Ihre Sparleistungen, den Eigentumserwerb
und Hausbau sowie verschiedene
Modernisierungsmaßnahmen (es
gelten Einkommensgrenzen). Finanzielle
Vorteile, die Sie sich nicht
entgehen lassen sollten.
Fürs Alter vorsorgen
Sichern Sie Ihre private Altersvorsorge mit Wohneigentum. Denn die
eigenen vier
Wände sind die einzige Altersvorsorge, in der Sie
heute schon wohnen können.
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Bausparvertrag-Beispiel
Bausparvertrag
Beispiel
In 10 Jahren soll eine Renovierung über 10.000 € stattfinden.
Um
einen Bausparvertrag zuteilungsreif zu bekommen, müssen in der
Regel
(hängt vom Tarif ab) 40 % eingespart werden.
Es muss also 10 Jahre lang mtl. ca. 30 € einbezahlt werden, damit
nach 10 Jahren
in dem Bausparvertrag 4.000 € eingezahlt sind und
die
restlichen 6.000 € für den festgelegten sehr niedrigen
Zinssatz als Darlehen gewährt wird.
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